Gehaltsanpassungen sind oft aufwendig und fehleranfällig. Digitale Lösungen vereinfachen den Prozess. Wir geben Tipps und Lösungsansätze bei der Umsetzung.
Wenn die Geschäftsleitung ihren Etat für das nächste Jahr verkündet hat, wissen die Personalabteilungen vieler mittelständischer Betriebe genau, was auf sie zukommt: Für jeden Bereich und jede Abteilung müssen sie unter Umständen noch Excel-Sheets mit den Daten der Mitarbeitenden an die Vorgesetzten per Mail verschicken mit der Frage: Wie hoch fällt die Erhöhung für jeden einzelnen Beschäftigten aus, die keinem Tarif unterworfen sind?
Wird das Gesamtbudget für das nächste Jahr zum Beispiel um drei Prozent erhöht, ist es Aufgabe der Führungskraft, innerhalb ihres Teams festzulegen, wie groß das „Kuchenstück“ für jeden einzelnen Mitarbeitenden werden darf. Die Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet mit einem Excel-Sheet, das die Daten der Mitarbeitenden (Monats-/Jahresgehalt und evtl. Zulagen) enthält. Falls die Personalabteilung bereits Leistungsdaten oder statistische Informationen wie die relative Lage im Gehaltsband erhebt, können die Verantwortlichen auch diese Daten nutzen, um die Höhe der unterschiedlichen Anpassung im Einzelfall fair festzusetzen. Allerdings enthalten die meisten Excel-Tabellen diese Zusatzinformationen nicht.
Bei diesem Vorgehen ist es schwer, das unternehmensweite Budget zu kontrollieren, bzw. es ist nur recht „starr“ möglich. Natürlich kann man festlegen, dass jedes Team im Schnitt die 3 Prozent einhalten muss, und das per Excel-Formel kontrollieren. Doch gerade bei kleinen Teams führt das dazu, dass eine überdurchschnittliche Erhöhung für besonders leistungsfähige Mitarbeitende stark zu Lasten anderer gehen würde, die sich eigentlich nichts zu Schulden kommen lassen haben.
Verzichtet man aber auf „Teambudgets“, kann die Planung schnell außer Kontrolle geraten. Denn im nächsten Schritt gehen die Excel-Sheets der verschiedenen Bereiche zurück an die Personalabteilung, wo sie konsolidiert werden müssen. Meist werden die zahllosen Einzeldateien hier in einer großen Tabelle zusammengeführt – und oftmals stellt sich erst dann heraus, dass die Summe der Anpassungen das vorgegebene Budget überschreitet. Also gehen die Sheets zur Bearbeitung an die Führungskräfte retour.
Mit anderen Worten: Es ist ein umständlicher Prozess, bei dem viele Tabellen per Mail hin- und hergeschickt werden, was nebenbei Fragen zur Datenschutzkonformität dieses Vorgehens aufwirft. Zudem ist es extrem fehleranfällig, weil für die Zusammenstellung die Daten kopiert werden müssen. Während viele große Organisationen diesen Prozess automatisiert und digitalisiert haben, müht sich die Mehrzahl der nicht tarifgebundenen oder tarifangelehnten KMU nach wie vor mit solchen aufwendigen Einzelschritten ab.
Dass sich das umständliche Vorgehen bei vielen Unternehmen hält, hat einen Grund: Anders als beim Recruiting oder bei Weiterbildungen ist die Gehaltsanpassung ein Ereignis, das in der Regel nur einmal im Jahr stattfindet. Die Vergütungsrunde ist also kein Routineprozess. Während beispielsweise die Lohn- und Gehaltsabrechnung oder auch die Zeiterfassung überwiegend digitalisiert sind, steht die jährliche Gehaltsrunde im wahrsten Sinne des Wortes noch auf einem anderen Blatt.
Weil die Gehaltsrunde eben relativ selten ansteht, werden der Arbeitsaufwand, die fehlende Transparenz und auch die fehlende Compliance (Stichwort Entgelttransparenzgesetz) in Kauf genommen, obwohl digitale Lösungen zur Gehaltsanpassung und Gehaltsrunde sicherer und komfortabler wären.
Die jährliche Vergütungsrunde in einem nicht-tarifgebundenen oder tarifangelehnten Betrieb kann HR effektiv unterstützen, indem entsprechende Software für die Gehaltsanpassung eingesetzt wird.
Die Anpassung der Software sollte flexibel sein und nach Unternehmensvorgaben gestaltet werden können. Wichtige Funktionalitäten, die enthalten sein sollten:
Unterm Strich vereinfacht die passende Gehaltsrunden-Software dank automatisierter Prozesse die Planung für das nächste Jahr von Beginn an. Vor allem sind die Planungen valide, weil das Budget nicht überschritten werden kann – anders als bei den Eintragungen in Excel-Tabellen.
Außerdem macht ein Modul für die Vergütungsrunde die Anpassung transparent und gerechter, weil Leistung und relative Lage im Gehaltsband berücksichtigt werden sowie die Einhaltung von Vergütungsrichtlinien gewährleistet ist. Nicht zuletzt sichert eine spezielle Software ein datenschutzkonformes Vorgehen, da die Mitarbeiterdaten nicht über den E-Mail-Server laufen.
Autorin: Christiane Siemann, im Auftrag von All der One HR und der Personalwirtschaft
Überarbeitung: Dominik Josten, All for One HR
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