Von der Tellerwäscherin zur Beraterin: Wir sprachen mit unserer langjährigen Kollegin Antonia Markert über ihren erfolgreichen Quereinstieg in die HR-IT.
Die Stadt Essen hat ein Programm aufgesetzt, um „Berufswechsler, die technikaffin sind und einen beruflichen Neustart bei der Stadt Essen machen wollen“[1], als IT-Expertinnen und -Experten zu gewinnen. Der Grund: „Allein durch die Weiterqualifizierung von vorhandenem Personal kann der zukünftige Bedarf nicht ausreichend gedeckt werden, daher richtet sich das Angebot auch an sogenannte Quereinsteiger, die einen beruflichen Neustart mit langfristiger Perspektive suchen.“[2] Wenn es selbst in der stark regulierten öffentlichen Verwaltung möglich ist, ohne eine entsprechende Ausbildung in der IT zu starten, sollte das in der Wirtschaft erst recht möglich sein. Und tatsächlich: Unternehmen haben mittlerweile hervorragende Programme aufgesetzt, um Mitarbeitende für die IT zu gewinnen.
Das Klischee vom Nerd, der selten das Tageslicht sieht und einsam Befehle in seine Tastatur hämmert, ist längst Schnee von gestern. Unternehmen und Quereinsteiger ergänzen sich hervorragend – eine Win-win-Situation, wie sie sich kaum besser denken lässt.
Als Antonia vor acht Jahren als Trainee beim HR-IT-Beratungshaus All for One HR einstieg, war sie eine Exotin. Sie hatte dual Messe-, Kongress- und Eventmanagement studiert, arbeitete als Restaurantleiterin und sah so gar nicht wie eine klassische IT-Beraterin aus. Die waren damals zwischen ihren männlichen Kollegen ohnehin rar gesät. Mittlerweile sind IT-Unternehmen viel diverser geworden, weiß Antonia. Auf den zweiten Blick brachte sie genau die Skills mit, auf die es in der Beratung ankommt: Sie kann gut mit Menschen umgehen und sich auf die gesamte Bandbreite an Charakteren schnell einstellen. Schließlich musste sie auch im Restaurant ihr Team und dessen Bedürfnisse im Blick behalten, für redselige Gäste ein offenes Ohr haben und unzufriedene Besucherinnen und Besucher einfangen.
„Mein damaliger Chef hat in mir etwas gesehen, was andere nicht in mir gesehen haben“, erinnert sich die IT-Beraterin. Sie war den Menschen zugewandt und belastbar, besaß eine schnelle Auffassungsgabe und wollte etwas erreichen. Auf diesen Voraussetzungen ließ sich aufbauen. Schnell lernte sie, was eine gute IT-Beraterin ausmacht, auch viel Handwerkliches, etwa wie man Flipcharts für überzeugende Visualisierungen einsetzt, Praxisbezug herstellt oder anschaulich von anderen Projekten und daraus gewonnenen Erfahrungen erzählt. Aber auch Tipps, wie sich speziell junge Kollegen, die nicht auf jahrelange Projekterfahrung zurückblicken können, beim Kunden behaupten können, waren dabei.
Zwar kam Antonia aus einer beruflich IT-affinen Familie, aber: „Ich wusste nix. Wenn ich das lernen konnte, können es alle lernen.“ Dabei stand sie vor einer doppelt anspruchsvollen Herausforderung: Da sie zu HR-IT beraten sollte, musste sie sich sowohl die Prozesse im Personalwesen aneignen als auch, wie sich diese in einer entsprechenden Software abbilden lassen.
Mit SAP SuccessFactors hatte sie ein mächtiges Tool vorzustellen, das sehr viel mitbringt, sich dementsprechend aber auch nicht mit zwei Klicks implementieren und konfigurieren lässt. Dabei kam ihr zugute, dass Softwareanbieter wie SAP erkannt haben, dass eine Software nicht nur hervorragend funktionieren, sondern auch möglichst intuitiv zu bedienen sein muss. Von Jahr zu Jahr, so ihr Eindruck, wird nicht nur für die Kunden die Usability von SAP SuccessFactors generell besser, sondern besonders auch für diejenigen, die die Lösung implementieren und an die Kundenanforderungen anpassen, also für die HR-IT-Berater. „Für mich bedeutet IT-Beratung Personalarbeit auf einer anderen Ebene – etwas weiter weg von den einzelnen Mitarbeitenden direkt, aber sehr wichtig für sie. Denn mit digitalen Prozessen kann man das Arbeitsleben einfach viel besser machen. Die IT-Beratung optimiert Abläufe in der HR-Abteilung und leistet insofern einen sehr wertvollen Beitrag. Wir stiften Mehrwert.“
Heute spielt Antonia eine zentrale Rolle im Vertrieb und stand unter anderem auch für unsere Online-Demo-Reihe zu SAP SuccessFactors vor der Kamera.
In Antonias Fall waren es vor allem ihre Persönlichkeit und Zielorientierung, mit denen sie sich erfolgreich für das Talentprogramm empfahl. Kombiniert mit dem Umstand, dass sie durch ihr Umfeld durchaus eine realistische Vorstellung davon hatte, was im Job auf sie zukommen würde. Aus Unternehmenssicht war der Umstieg eine hinreichend bewusste Entscheidung. Mag es auch verlockend sein: Extrinsische Verheißungen wie attraktive Vergütung und Jobsicherheit reichen als Motivation nicht aus, um sich für einen Quereinstieg zu qualifizieren.
Ein-, Um- und Aufstiegsprogramme bieten Interessierten und Arbeitnehmern auf jeden Fall die Möglichkeit, neue Potenziale zu entdecken und diese voll auszuschöpfen. In diesem Sinne erlebte Antonia ihr Programm auch als eine Zeit des persönlichen Wachstums. Das erste Mal in ihrem Leben dachte sie tiefer über ihre Stärken nach, aber auch darüber, was sie beruflich weniger zufrieden machen würde. Über die Jahre erkannte Antonia, dass der Vertrieb noch besser zu ihr passt als die Beratung. „Ich bin ein klassischer 80/20-Mensch und liebe es, Leute von unseren Lösungen zu überzeugen. Es macht mir Spaß, ihnen zu zeigen, wie viel administrativen Mist sie sich mit der richtigen Software sparen können. Außerdem lerne ich in jedem Projekt dazu und finde es bewundernswert, wie Menschen ihren Job in der HR machen.“ Wenn die Soft Skills passen, spricht vieles dafür, dass der Quereinstieg gelingt. Menschen, die sich vorstellen könnten, beruflich nochmal etwas ganz anderes zu machen, rät Antonia: „Traut euch, wenn ihr euer Leben verändern möchtet.“ Nach wie vor bietet der Weg, den Antonia gegangen ist, hervorragende Perspektiven. Denn da sich das Konzept als sehr erfolgreich erwiesen hat, bietet All for One HR regelmäßig entsprechende Umstiegsmöglichkeiten an.
Mit Ein-, Um- und Aufstiegsprogrammen bringen Sie Schwung in Ihre Personalentwicklung. Dabei eignen sie sich nicht nur, um Talente im Unternehmen zu fördern. Indem Sie Quereinsteiger für die Angebote gewinnen, erschließen Sie sich auch Talente, in deren klassischer Karriereplanung Ihr Unternehmen sonst keine Rolle gespielt hätte. Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, stehen die Chancen gut, dass Sie bald neue Talente in Ihren eigenen Reihen haben:
Mit Ein-, Um- und Aufstiegsprogrammen eröffnen Sie Möglichkeitsräume – für die Kandidatinnen und Kandidaten, aber auch fürs Unternehmen. Es kommt auf Ihren Blick sowie Ihre Neugier, Flexibilität und Kreativität an, damit diese Räume zu offenen Büchern werden, in die Erfolgsgeschichten geschrieben werden, Geschichten von Menschen und von Ihrem Unternehmen.
[1,2] Stadt Essen. „Quereinstieg im Bereich Informationstechnologie (IT) bei der Stadt Essen.“